Forum: Fahrzeugelektronik Nabendynamo fest - dreht nicht


von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo allerseits,

ich habe hier ein Vorderrad mit Nabendynamo, das sich nicht mehr drehen 
läßt. Ausgebaut habe ich sogar die Lagerkugeln auf beiden Seiten und den 
Stromanschluss. Drehen oder "frei wippen" läßt sich auch dann nichts, 
wenn die Achse so fest wie möglich in der Gabel mittels der Radmuttern 
eingespannt ist. Achsgewinde ist vollkommen unbeschädigt. Rost ist 
nirgends erkennbar.

Kann es wirklich sein, daß Stator und Rotor im Inneren der Nabe derartig 
aufgerostet sind, daß sie wie verbacken klemmen? Mich würde mal ein 
Erfahrungswert interessieren.

mit freundlichem Gruß
von Mi. W. (mikuwi)


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Christian S. schrieb:
> Hallo allerseits,
>
> ich habe hier ein Vorderrad mit Nabendynamo, das sich nicht mehr drehen
> läßt.

Wenn Du noch den Hersteller nennen könntest wäre es möglich zB. im 
https://www.rad-forum.de/ auf die Suche nach ähnlichem zu gehen.

>
> Kann es wirklich sein, daß Stator und Rotor im Inneren der Nabe derartig
> aufgerostet sind, daß sie wie verbacken klemmen?

Wenn`s da drinnen naß wird und dann längere (hier waren es ca. 3 Jahre) 
Zeit keine Bewegung stattfindet kann sich das alles ordentlich 
verzwicken. BTDT.

Hat damals ähnlich ausgeschaut wie das Eröffnungsfoto von dem Bericht: 
https://www.bike-magazin.de/ausruestung/fahrradlicht/rost-gau-im-kraftwerk/
von Thomas (mercury3)


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Da haben sich womöglich ein oder mehrere Magnete gelöst und blockieren 
die Rotation?
von Wolf17 (wolf17)


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Christian S. schrieb:
> Kann es wirklich sein, daß Stator und Rotor im Inneren der Nabe derartig
> aufgerostet sind, daß sie wie verbacken klemmen?
Hatte ich bei einem gebraucht gekauften Shimano, der war innen 
abgesoffen.
Verkäufer: "Dreht einwandfrei" das galt leider nur für die Steckachse in 
der Hohlachse.
Ein Shimano DH3... lässt sich zerlegen. Zum Läuferausbau kann man die 
Kontaktseite montiert lassen.

Wenn der Läufer fest gerostet ist, kann man an dem Sechskant Kraft 
ausüben.
Für diesen einige cm großen Gehäusesechskant gibt es einen speziellen 
schmalen Ringschlüssel von Shimano. Aus einem Schraubstock rutscht der 
Absatz leicht raus, spannt man zu fest, reißt das dünne Gehäuse.

Wenn man an das Lager auf der Kontaktseite will, gibt es eine 
Problemstelle:
Den im Schlitz der Achse verlegten Kupferlackdraht muss man unbedingt 
ablöten, sonst reißt er innen ab!
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Mi. W. schrieb:
> Wenn Du noch den Hersteller nennen könntest


Das Luxusstück ist ein Shimano DH-3N31-NT nicht für Schnellspanner.

Wolf17 schrieb:
> Ein Shimano DH3... lässt sich zerlegen.

Wolf17 schrieb:
> Wenn der Läufer fest gerostet ist, kann man an dem Sechskant Kraft
> ausüben.

Sehr interessant. Probiere ich mal, mit dem Gedanken, daß ich den 
wahrscheinlich schrotte dabei.

Irgendwo im Fundus hatte ich noch einen als Ersatz liegen....
Oder aus einem verbogenen Rad einen ausbauen?
Egal, es wird auch neue zum bezahlbaren Preis geben.


Danke für die Infos und die Explosionszeichnung.


mfg
: Bearbeitet durch User
von Wolf17 (wolf17)


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Christian S. schrieb:
> Das Luxusstück ist ein Shimano DH-3N31-NT nicht für Schnellspanner.
Da sind andere Konusringe verbaut wie beim Hohlachsentyp.

Der schmale Shimano Ringschlüssel für den 36er am Dynamo heißt TL-DH10. 
Gibt es für 20+4,50€, vielleicht auch leihweise bei einer 
Fahrradwerkstatt.
https://www.bike-discount.de/de/shimano-tl-dh10-werkzeug-fuer-nabendynamo-1

Wenn man am eingespeichten Dynamo am stehenden Rad mit dem Holzhammer 
auf den Schlüssel schlägt, löst sich der festsitzende Läufer vielleicht.
Dann kann man zerlegen, entrosten und fetten.
: Bearbeitet durch User
von Mi. W. (mikuwi)


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Christian S. schrieb:
> Mi. W. schrieb:
>> Wenn Du noch den Hersteller nennen könntest

> Das Luxusstück ist ein Shimano DH-3N31-NT nicht für Schnellspanner.

>
> Irgendwo im Fundus hatte ich noch einen als Ersatz liegen....
> Oder aus einem verbogenen Rad einen ausbauen?
> Egal, es wird auch neue zum bezahlbaren Preis geben.

DH-3N31-QR gibts - ohne Felge und daher nicht eingespeicht - in AT 
gebraucht um 25€....
https://www.willhaben.at/iad/kaufen-und-verkaufen/d/shimano-nabendynamo-806590409/
von Wolf17 (wolf17)


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Wolf17 schrieb:
> Wenn man am eingespeichten Dynamo am stehenden Rad mit dem Holzhammer
> auf den Schlüssel schlägt, löst sich der festsitzende Läufer vielleicht.
> Wenn der Läufer fest gerostet ist, kann man an dem Sechskant Kraft
> ausüben
Ich habe das falsch ausgedrückt. Man muss mit dem Schlag zuerst die 
Deckelverschraubung lösen. Wenn das hintere Lager entfernt ist und man 
mit dem Sechskant den vorderen Deckel aus dem Gehäuse herausschraubt, 
wirkt Kraft auf den festgerosteten Läufer und zieht ihn heraus. Sieht 
man gut hier:
https://www.bike-magazin.de/rostschutz-pflege-am-nabendynamo/

Zuerst würde ich probieren: Den eingespeichten Vollachsdynamo in einer 
Vorderradgabel festschrauben und an der Felge rütteln, ob sich der 
Läufer löst.
von Lu (oszi45)


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Da würde ich keine Klimmzüge machen, um später unterwegs ein blockiertes 
Rad zu haben. Ab 50 € findet man neues Vorderrad mit Nabendynamo, wenn 
es nichts Spezielles sein soll. Spätestens wenn Du schon ein kaputtes 
Rad nach Hause getragen hast, wirst Du auch zu meiner Erkenntnis kommen.
von Wolf17 (wolf17)


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Lu schrieb:
> Da würde ich keine Klimmzüge machen, um später unterwegs ein
> blockiertes Rad zu haben.
Ein festgerosteter Läufer passiert nicht bei benutztem Rad, sondern wenn 
es mit eingedrungenem Wasser lange steht. Das kann auch mit Neuware 
passieren.
Das Blockaderisiko wegen eines abgesplitterten Teils halt ich sogar bei 
einem Neuteil für größer.

Viel wichtiger sind Mäntel mit Pannenschutzeinlage und bei 
Kettenschaltung richtig eingestellte Anschläge.
von Harald K. (kirnbichler)


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Wolf17 schrieb:
> Viel wichtiger

... sind funktionierende Bremsen.
von Lu (oszi45)


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> wichtig ... sind GUT funktionierende Bremsen.

Stimmt! Bei blockiertem Vorderrad bin ich mir jedoch noch nicht so 
sicher. Wahrscheinlich ist er schon vorher über den Lenker abgestiegen?
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Wolf17 schrieb:
> Viel wichtiger sind Mäntel mit Pannenschutzeinlage

Für mich nicht, denn die rollen deutlich schlechter als normale Reifen. 
Hatte ich schon probiert und wieder verworfen. Sollen andere Leute gegen 
den innen verbauten Kaugummi permanent antreten.

Lu schrieb:
> Ab 50 € findet man neues Vorderrad mit Nabendynamo,

Bei einem angestrebten Verkaufspreis von 50€ für ein 
24-Zoll-Kinder-3-Gang-Fahrrad, wofür die Eltern nur billig bezahlen 
wollen, da schnell verwachsen,  und ich noch dazu ein neues Rücklicht 
spedieren muß, ein indiskutabler finanzieller Aufwand. Nicht umsonst 
kosten ansonsten gebrauchte Fahrräder im Laden, der noch MwSt abführen 
muß, fast immer dreistellig, wo ich mich immer wieder wundere, ob das 
überhaupt jemand zu zahlen bereit ist für einen an´bgerockten Oldtimer. 
Und was alles wie genau und perfekt daran gemacht wurde, weiß man dort 
beim Kauf auch nicht.

mfg

mfg
: Bearbeitet durch User
von Lu (oszi45)


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Einspeichen ist nicht in 5 Minuten erledigt. Man könnte auch Ersatzteile 
wie ein neues Vorderrad mit Nabendynamo kaufen?
https://www.idealo.de/preisvergleich/MainSearchProductCategory.html?q=28%22+laufrad+mit+nabendynao
von Ralf X. (ralf0815)


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Lu schrieb:
> Einspeichen ist nicht in 5 Minuten erledigt. Man könnte auch Ersatzteile
> wie ein neues Vorderrad mit Nabendynamo kaufen?
> 
https://www.idealo.de/preisvergleich/MainSearchProductCategory.html?q=28%22+laufrad+mit+nabendynao

Irgendwo muss bei Dir eine Fehlschaltung vorliegen.
von Dirk S. (fusebit)


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Das geht bei den Dynamos manchmal recht schnell. Mein Fahrrad musste 
einen Winter unbenutzt im Freien stehen, danach sah der Dynamo so aus.
Ich konnte ihn auf der "falschen Seite" öffnen, dann bleibt der Stator 
eingebaut. Ein paar Tage in WD40 getränkt, danach konnte er demontiert, 
entrostet und wieder zusammengesetzt werden. Funktioniert wieder 
einwandfrei.
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Lu schrieb:
> Einspeichen ist nicht in 5 Minuten erledigt.

Richtig, das bekomme ich aber hin. Auch wenn es länger als eine Stunde 
dauert mangels Übung.

Dirk S. schrieb:
> Mein Fahrrad musste
> einen Winter unbenutzt im Freien stehen, danach sah der Dynamo so aus.

Daran erkennt man, wie anfällig die Nabendynamos sind. Eigentich müßte 
man denen schon als Neuteil eine Rostkonservierung spendieren.

mfg
von Thomas R. (thomasr)


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Mein uraltes Gazelle hat eine Shimano Rollenbremse vorn: kann man diese 
auch mit einem Nabendynamo kombinieren?
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Thomas R. schrieb:
> Shimano Rollenbremse

Zumindest hier ist etwas darüber zu lesen gegen Ende der Seite:

https://www.taylor-wheels.de/blog/rollenbremse-was-sie-kann-und-fuer-wen-sie-sich-eignet/?srsltid=AfmBOoogUyLKMBmms-YtPFxXO163h1V86_0UMR3R9WY3KowKRqziGr1G

Die Kombination der beiden ist sicherlich eine seltene Spezialität.

mfg
von Wolf17 (wolf17)


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Thomas R. schrieb:
> Mein uraltes Gazelle hat eine Shimano Rollenbremse vorn: kann man
> diese auch mit einem Nabendynamo kombinieren?
Ja, wenn er die passende Aufnahme hat:
https://bike.shimano.com/de-DE/products/components/pdp.P-DH-C6000-1R.html
von Manfred K. (4for)


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hab noch nen nagelneuen aber gut abgelagerten DH-3N20 rumliegen - bei 
Interesse PN
von Nick (b620ys)


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Christian S. schrieb:
> Daran erkennt man, wie anfällig die Nabendynamos sind.

Ich fahr seit über 10 Jahren ein Rad mit Nabendynamo. Was Anderes kommt 
mir nicht mehr unter den Sattel. Ein Laufrad ist kaputt gegangen, da ist 
ein Auto drübergefahren. Für den Winter hab ich einen zweiten 
Laufradsatz. Und ich fahr damit immer in die Arbeit, egal was das 
Wetter sagt.

Ausfälle: Keine. Noch nie zerlegt, noch nie entrostet, nix. Immer nur 
Shimano (Type egal, eher die billigen).

Dieses Diener für den Akku spielen geht mir auf den Zeiger. Das Licht 
muss gehen. Immer und jederzeit.
von Harald K. (kirnbichler)


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Christian S. schrieb:
> Daran erkennt man, wie anfällig die Nabendynamos sind.

Nicht "die", nur dieses Modell hier. Andere Nabendynamos sind schon zig 
Jahre im Einsatz, ohne Probleme.
von BirnKichler S. (Firma: Papier & Knalltüten Manufaktur) (max707)


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Harald K. schrieb:
> Christian S. schrieb:
>> Daran erkennt man, wie anfällig die Nabendynamos sind.
>
> Nicht "die", nur dieses Modell hier. Andere Nabendynamos sind schon zig
> Jahre im Einsatz, ohne Probleme.

Nein, habe selber schon Dynamos repariert die du noch nie gesehen hast 
und auch niemals zu sehen bekommst.
von Ralf X. (ralf0815)


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Nick schrieb:
> Ausfälle: Keine. Noch nie zerlegt, noch nie entrostet, nix. Immer nur
> Shimano (Type egal, eher die billigen).

Im laufenden Betrieb (regelmässige Nutzung) dürfte da eh nicht viel 
passieren.
Aber ich habe auch schon Räder mit (Shimano) Nabendynamo oder 
Nabenschaltung jahrelang unter freiem Himmel auf "Standby" gehabt und 
das ohne Probleme bei Wiederbelebung.

> Dieses Diener für den Akku spielen geht mir auf den Zeiger. Das Licht
> muss gehen. Immer und jederzeit.

Ich radel nur noch mit E-Unterstützung, je nach Antrieb mit Naben- oder 
Reibraddynamo, der aber genutzt werden würde, wenn der Antriebsakku mal 
leer wäre.
Aber sollte ich befürchten/planen, im Dunkeln unterwegs zu sein, habe 
ich dennoch Akkuscheinwerfer dabei, da bedeutend heller als die 
Standardausrüstung.
Am Hänger brauch ich eh die Akkuleuchte.
Kurzum: Ich wollte die Akkuleuchten nicht mehr missen.
von Harald K. (kirnbichler)


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BirnKichler S. schrieb:
> Nein, habe selber schon Dynamos repariert die du noch nie gesehen hast
> und auch niemals zu sehen bekommst.

Ja, Esmu, Du bist natürlich sowieso ein Held:In.
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