Forum: HF, Funk und Felder R.I.P. SDR-Stick


von Marek N. (db1bmn)


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von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Nachfolger mit Einschränkungen - nee is' klar.
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Es gab mehr als nur den einen RTL-SDR-Stick. Die ersten hatten wie im 
Artikel steht noch keinen Kurzwellenkonverter. Ich habe im Laufe der 
Jahre auch mehrere gekauft, z.B. den "Terratec CinergyTStickRC".

Als Software dazu habe ich vor zwei Jahren hier den "SDRangel" 
empfohlen:
Beitrag "SDRangel unter Linux, läuft das irgendwo brauchbar?"
der kann sogar ATV von QO100 darstellen.
von Schorsch M. (schorschm)


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Ich habe hier auch eine Vielzahl an SDR-Sticks, angefangen von einigen 
RSP-Derivaten (SDR-play) bis zu einigen Varianten der RTL-Bausteinen.

Das beste Gerät in dieser Preiskategorie ist der RTL-SDR Blog V4

Es war von Anfang an klar, dass die Auflage begrenzt sein wird, weil der 
Tuner-Baustein eben nichtmehr hergestellt wird.
Dennoch haben sich einige Enthusiasten dazu hergegeben, diesem Baustein 
eine neue Heimat zu geben.

Der Einsatz hatte sich gelohnt. Ich habe 2 Stück davon hier und werde 
sie nichtmehr hergeben.
Dagegen kommt der SDR-Play nicht an.

Für Leute die einen Vorverstärker an der Antenne betreiben, ist das 
Zuschalten der Versorgungsspannung per Mausklick eine kostenlose Zugabe.

Die Großsignalfestigkeit ist bei weitem besser als bei allen Vorgängern 
und auch dem SDR-Play. Da haben die Entwickler den Focus drauf gelegt 
und das hat sich gelohnt.

Also, wohl dem, der solch einen Stick ergattert hat.
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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: Bearbeitet durch User
von Al (almond)


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Schorsch M. schrieb:
> Die Großsignalfestigkeit ist bei weitem besser als bei allen Vorgängern
> und auch dem SDR-Play.

Welcher SDRPlay? Es gibt viele Typen von diesem Fabrikat.
Im Vergleich zu einem RSP1B trifft nach meiner Erfahrung deine 
Behauptung zum Beispiel nicht zu.

Der RTL V4 Stick hat nach wie vor nur einen low-cost Realtek RTL2832U 
TV-Demodulator IC mit seinem simplen 8-Bit A/D Wandler hinter dem Rafael 
T828 Tuner. Von diesem Realtek Baustein kommt ja der Name dieser 
"RTL-SDR" USB-Dongles. Im RSP1B von SDR-Play werkelt ein sehr linearer 
14 Bit ADC.

Unabhängig vom Großsignalverhalten des T828 Tuners am Eingang des 
RTL-Dongles produziert der 8 Bit Wandler des Realtek 2832U systembedingt 
viel größere Quantisierungsfehler, die sich als Intermodulation äußern. 
Die Dynamik eines 8-Bit RTL-SDR ist mit gerade mal 256 
Quantisierungsstufen viel kleiner, als die 14 Bit Auflösung eines RSP1B 
von SDRPlay.

Nichts gegen die RTL-SDR, das sind wirklich tolle kleine Geräte für 
einfache Empfangsaufgaben. Aber mit einem SDR mit vernünftiger Auflösung 
können sie nicht mithalten.
: Bearbeitet durch User
von Marek N. (db1bmn)


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Ich hatte nur einen "orignialen" RTL-SDR, sondern halt nur die üblichen 
China-DVB-T-Sticks und mir dann irgenwann nen "richtigen" Air-Spy 
geholt.
Darum habe ich jetzt erst gelernt, dass es verschiedene 
Hardware-Versionen gab.
von Hans W. (Firma: Wilhelm.Consulting) (hans-)


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Al schrieb:
> Aber mit einem SDR mit vernünftiger Auflösung
> können sie nicht mithalten.

Full ack!

Das ist ähnlich wie bei den Oszilloskopen.
8 bit sind grundsätzlich i.O. und meistens reicht das auch.
Hast du aber Mal 12 oder 14bit verwendet, willst du die Auflösung nicht 
mehr missen, weil es oft genug das Leben massiv erleichtert.

Die Welt dreht sich einfach weiter.

Preislich sind diese simplen Sticks aber natürlich der Hammer.


73
von Al (almond)


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Marek N. schrieb:
> Ich hatte nur einen "orignialen" RTL-SDR, sondern halt nur die
> üblichen
> China-DVB-T-Sticks und mir dann irgenwann nen "richtigen" Air-Spy
> geholt.
> Darum habe ich jetzt erst gelernt, dass es verschiedene
> Hardware-Versionen gab.

Ein Airspy von Youssef Taouil vertritt ein gänzlich andere 
SDR-Architektur und ist keine Hardware Version eines RTL-SDR. Da liegen 
Größenordnungen in der Empfangleistung dazwischen.

https://airspy.com/airspy-hf-discovery/
: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Al schrieb:
> 8 Bit Wandler des Realtek 2832U

Der zitierte heise-Text sagt:
"Frühere Varianten wie der V3 benötigten meist einen externen 
Upconverter, um Kurzwellenfrequenzen unterhalb von etwa 24 MHz sinnvoll 
zu empfangen. Beim V4 ist dieser Upconverter bereits integriert."

Mit Upconverter ist vermutlich der 8Bit-ADC gemeint, der tastet diese 
Frequenzen unter 24 MHz einfach ab und die Software erledigt die 
Umrechnung.
von Al (almond)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Mit Upconverter ist vermutlich der 8Bit-ADC gemeint, der tastet diese
> Frequenzen unter 24 MHz einfach ab und die Software erledigt die
> Umrechnung.

Nein, mit Upconverter ist tatsächlich ein analoger Aufwärtsmischer 
gemeint.

Diese DVB-T USB-Sticks sind als Massenprodugkt für den Sat-TV und DVB-T 
Empfang entwickelt und werden hier nur als Radio-SDR zweckfremdet. Der 
Empfangsbereich des analaogen Tunerschaltkreises Rafael R820 oder R828D 
beginnt daher erst ab ca 24 MHz. Für den Bereich unter 25 MHz braucht 
man daher einen upconverter, der den KW-Bereich in den 
TV-Empfangsbereich des R828D Tunerbausteins umsetzt.

Hinter dem analogen Rafael Micro R828D Tuner-Frontend sitzt ein 
TV-Demodulator Schaltkreis von Realtek, der RTL-2832U (daher der Name 
RTL-SDR). Der erledigt eine für TV-Empfang ausreichende 8-Bit 
Analog-Digitalwandlung und die komplette die DSP für den Fernsehempfang. 
Auch dieser Baustein wird durch findige Treibersoftware als SDR-Radio 
zweckentfremdet in dem man die digitalisierten Signale zur 
Weiterverarbeitung in einem SDR-Programm an die USB-Schnittstelle 
liefert. Durch Verwendung dieser Massenbausteine sind diese RTL-SDR sehr 
preisgünstig.

Die als "V4" vermarkteten SDR-Radio Sticks sind Modifikationen dieser 
TV-Sticks mit einem Upconverter für den Bereich unter 25 MHz, oft einem 
TCXO für bessere Frequenzstabilität und kleinen Verbesserungen der 
DC-Siebung für bessere Signalqualität. Die Kernbausteine bestehend aus 
einem Rafael R828D und Realtek RTL-2832 sowie einem USB-Interface sind 
die Gleichen wie im V3 bzw. den Vorgängern.

Mehr Info über Funktion, Blockschaltbild und Hardware dieser 
USB-TV-Sticks und wie man sie als SDR-Radio gebraucht:

https://codingspirit.de/RTLSDR-Treiber.pdf
: Bearbeitet durch User
von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


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Wusste gar nicht dass es später noch welche mit integriertem Upconverter 
gab.
Wann kamen die denn raus?
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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http://superkuh.com/rtlsdr.html
"KF7LE wrote up short summaries comparing 16 popular upconverters":

https://retrovoltage.com/2012/09/14/round-up-of-rtlsdr-upconverter-choices/

Aber da sehe ich keinen, der noch in das USB-Stick-Gehäuse integriert 
ist.
Anscheinend wird mit einem 100 MHz Quarzoszillator auf den 
Originalbereich des RTL-SDR hochgemischt.

https://www.elektormagazine.com/review/rtl-sdr-blog-v4-better-than-v3-review

da steht es so wie ich geschrieben hatte, der ADC wird direkt benutzt:
RTL-SDR Blog V3, which had a setting specifically for the lower ranges. 
The first mixer in the device was bypassed, and the antenna signal was 
processed directly by the AD converter.

aber Version 4 hat einen SA612 Mischer:
RTL-SDR Blog V4, I was naturally interested in the changes. The 
manufacturer provides a photo of its insides. And what immediately 
catches the eye is the HF upconverter. You can even see that the 
well-known mixer SA612 is being used.
: Bearbeitet durch User
von Schorsch M. (schorschm)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> aber Version 4 hat einen SA612 Mischer:
> RTL-SDR Blog V4, I was naturally interested in the changes. The
> manufacturer provides a photo of its insides. And what immediately
> catches the eye is the HF upconverter. You can even see that the
> well-known mixer SA612 is being used.

So isses und ein wesentlicher Unterschied zu anderen RTL-Versionen mit 
Up-Convertern ist der, dass dieser beim Blog V4 automatisch aktiviert 
wird, d.h. er muss nicht manuell zugeschaltet werden.
Theoretisch merkt ein Benutzer garnicht, dass es eine 
Bereichsumschaltung gibt.
Das erledigt die SDR-Software ganz von alleine.

Ältere RTL-Devices hatten sogar zwei Eingänge, einer für <25MHz und 
einer für >25MHz dazu einen Umschalter. Dies entfällt hier.

Die AGC wurde deutlich verbessert, was der Großsignalfestigkeit zugute 
kam. Dem ADC werden dadurch nurnoch Signale zugeführt, die er auch 
verarbeiten kann.

Für mich ein gelungenes Projekt.
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Wieso findet man keine Schaltpläne?
Alles streng geheim?

Nach Anschauen der Fotos meine ich, dass ich auch irgendwo so einen 
einzelnen "Upconverter" liegen habe, muss mal suchen, schon lange her. 
Ein passiver Ringmischer könnte drauf gewesen sein.
von Al (almond)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Wieso findet man keine Schaltpläne?
> Alles streng geheim?

Zu welchem Zweck sollte RTL-SDR Schaltpläne veröffentlichen? Damit 
andere Chinesen es einfacher haben, beim Kopieren? Es ist kein 
Selbstbaugerät, sonder ein betriebsfertiges low-cost Consumer 
Massen-Produkt. Da ist es unüblich Schaltpläne bereitzustellen. 
Genausowenig wie für einen WLAN oder Bluetooth USB-Dongle Schaltpläne 
mitgeliefert werden. Auch andere SDR Hersteller wie Airspy, Elad, 
Winradio, SDRPlay oder wie sie alle heißen stellen aus gutem Grund keine 
Schaltpläne ins Web?

Der Aufbau des Dongles ist auch nicht streng geheim, die Bilder der 
Platine mit der Bezeichnung der Funktionsgruppen sind vom Hersteller ins 
Web gestellt.

https://www.rtl-sdr.com/rtl-sdr-blog-v4-dongle-initial-release/
: Bearbeitet durch User
von Wulf D. (holler)


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Al schrieb:
> Der Aufbau des Dongles ist auch nicht streng geheim, die Bilder der
> Platine mit der Bezeichnung der Funktionsgruppen sind vom Hersteller ins
> Web gestellt.
>
> https://www.rtl-sdr.com/rtl-sdr-blog-v4-dongle-initial-release/

Interessant, der Upconverter im V4 ist der nur noch antiquarisch zu 
Mondpreisen (oder ganz billig beim Ali) erhältliche NXP SA612A.

Warum nehmen die nicht was moderneres und besser verfügbares?!
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Wie schon geschrieben
Christoph db1uq K. schrieb:
> the well-known mixer SA612 is being used

Aber zum Oszillator ist nichts gesagt, der dürfte z.B. 100 MHz haben.

Wulf D. schrieb:
> ganz billig

das wird der Grund sein, nichts aktuelleres zu verwenden. Gut genug 
reicht ja. Außerdem dürfte nicht viel aktuelleres existieren, der Trend 
geht zu digitalem.
von Joachim B. (jar)


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ich hatte mal 5 Stück, das größte Problem war immer die Software, nur 
einer konnte h.265 dekodieren, die Anderen nur h.264
Ich hatte es draußen nur einmal nutzen können zur Fußball WM vor Jahren.
Mein aktueller Laptop ist so leuchtschwach daß draussen selbst im 
Schatten nichts zu sehen ist und bei Regen und dunkel wird niemand 
draussen WM gucken wollen.
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